Reto Blum

KANBAN: Stop starting – Start finishing! Was der Dienstleistungssektor von der Industrie noch lernen muss

Reto Blum, NEUE AARGAUER BANK AG

Meine Arbeitshypothese nach 20 Jahren konzeptioneller Arbeit in diversen Funktionen im Dienstleistungssektor (in casu Banking) ist klar: Kaum eine Industrie ist so ineffizient organisiert wie „Wissensarbeit“!

Die Gründe sind vornehmlich:

  1. Falsche und intransparente Arbeitsprozesse (Push-, statt Pullsysteme)
  2. Falsche Arbeitsinstrumente und Methoden
  3. Wissensarbeit ist unsichtbar! Würde man alle angefangenen Arbeiten anfassen und sehen können, wären die Büros überstellt
  4. Viele Leerläufe und Verschwendungen à Lean Management!
  5. Die einzigen Ressourcen bei Wissensarbeit sind Zeit und Lohn und werden meist nicht einer Opportunitätskostenbetrachtung unterzogen
  6. Sunk Cost Fallacy: Projekte werden weitergeführt obwohl deren Outcome weiteren Ressourceneinsatz nicht mehr rechtfertigt
  7. Zu geringer Kosten-/Margendruck erlaubte bisher Ineffizienz

Die Industrie ist der Wissensarbeit/Dienstleistungssektor Jahrzehnte voraus. Der Druck auf den Dienstleistungssektor steigt kosten-/margenseitig, aber auch kundenseitig. Der Markt verlangt Agilität, Late Comittment, Iterative Vorgehensweise, Leben in Beta, Nutzen statt Besitzen, Sharen etc.

Die damit verbundene Dynamik zwingt die Unternehmen nicht nur effizienter, kostengünstiger und agiler zu werden, sondern fordert diese heraus ihre bisherigen Arbeitsprozesse grundsätzlich zu hinterfragen.

Mit KANBAN besteht eine Methodik aus der Industrie, welche gute Chancen hat sich auch im Dienstleistungssektor zu etablieren. Genau wie in der Industrie ist auch die Wissensarbeit dringend zu „industrialisieren“.

Der Referent bespricht:

  • Heutige Arbeitssysteme und deren Schwächen

Einführung in KANBAN:

  • Was ist KANBAN (Ursprung, Hintergrund), was ist es nicht?
  • Was will KANBAN (Ziel, Zweck)
  • Methodische Einbettung (Scrum, Agile Methoden, Lean, Holacracy…)
  • Wie funktioniert KANBAN  (Boards, Swim Lanes, WIP Limits, Epics, Tasks, etc.)
  • Use Case: Implementierung von KANBAN bei einer Schweizer Regionalbank
  • Einführung Kanban im SteeringLab der NEUEN AARGAUER BANK
  • Take home Message